Was hat der Jakobsweg mit Unternehmertum zu tun? Teil 2/2

März 2nd, 2010
Roman Balzan & Nelson

Roman Balzan & Nelson

Auf dem Weg.

4 Monate unterwegs auf dem Jakobsweg – gehen, essen, schlafen, denken…da hat man natürlich sehr viel Zeit sich zu besinnen und Gedanken immer und wieder durchzukauen. Ich hatte im Groben drei Etappen zu bewältigen: die Schweiz, Frankreich und Spanien. Für mich waren die 3 Länder auch zusammenfassend „Körper“, „Geist“ und „Seele“.

Wandern in der Schweiz war ganz im Zeichen von Schmerzen, Blasen und Muskelkater. Man beschäftigt sich nur mit dem Körper und der Pflege dessen. Also „Körper“.

Ziemlich genau an der französischen Grenze (nach ca. 380 km) spürte ich weniger mein Körper, sondern meine Gedanken meldeten sich. In Frankreich lief ich während 1200 km ziemlich allein – nur Nelson und ich und meine Gedanken nach hinten und nach vorne. Zusammengefasst also „Geist“.

Spanien, und die letzten 800km waren im Zeichen von „Seele“. Der spanische Jakobsweg war der „klassische“ und allgemein bekannte Jakobsweg – ich lernte Pilgergefährten kennen und insgesamt war die Infrastruktur auf die Pilger ausgelegt. „Seele“ war eher auch „Wanderferien“ – tolle Leute kennenlernen und etwas weniger mit sich selber beschäftigt sein.

Zum Unternehmertum: Mein persönlicher Background – zusammen mit Dominik erste Mitarbeiter im IFJ – haben mich (uns) natürlich geprägt. Immer um Unternehmer zu sein – diese zu beraten und zu fördern – weckt natürlich den Wunsch irgendwann selber unternehmerisch tätig zu sein.“ It’s in the game of course“ – trotzdem habe ich mich auf meinem Weg immer wieder selber hinterfragt ob ich das Entrepreneurship tatsächlich lebe und mir antun möchte. Die Antwort lautete eindeutig JA! I LOVE START-UPS! Die Gründe dazu gäben natürlich ein eigener Post.

Den Jakobsweg kann man darum für viele Metaphern benutzen – ich persönlich habe den Camino aufgrund der oben genannten Gründe halt immer wieder mit dem Unternehmertum verglichen. Darum: was sind meine persönlichen Key-Learnings?

#1: Man begibt sich euphorisch auf einen Weg, ohne zu wissen wieviele Höhenmeter, schlechte Witterungen, Schmerzen, Blasen, Entbehrungen und Tiefs man überwinden muss – täglich jedoch wieder kleine Siege erringen kann.
Start-up Learning: Der Weg ist das Ziel. Täglich ein Ziel setzen und dieses zu erreichen befriedigt.

#2: Egal ob man 5 km oder 35 km pro Tag geht – solange man geht und sich bewegt, kommt man dem Ziel näher. „Wir sind gleich da – nur noch 2 km“ nützt nix, wenn man nicht aufsteht, den Rucksack „sattelt“ und geht. Auch 2 km müssen zuerst gegangen werden, bevor man das Ziel erreicht.
Start-up Learning: Schritt für Schritt täglich kleine Ziele erreichen und nicht am ersten Tag schon das Gefühl haben, man sei Startup-Millionär.

#3: Der Camino macht Dich authentisch. Jeder Pilger hat dasselbe Ziel: Santiago de Compostella. Die Pilger sind ähnlich ausgerüstet, bekleidet und gehen denselben Weg. Der Banker und der Lastwagenchauffeur treffen sich, tauschen sich aus und werden Freunde.
Startup-Learning: Sei Du Du. Unternehmertum erträgt keine falsche Seelen. Persönlichkeit und Authenzität ist der Schlüssel zum unternehmerischen Erfolg.

#4 Körper – Geist – Seele. Jeder Pilger findet dieses Gleichgewicht.
Startup-Learning: Auch Start-ups ticken so. Körper = Finanzen, Geist = Businesscase, Seele = Team. Ohne dieses Gleichgewicht funktionierts nicht.

#5 Kleine Schritte kumuliert gibt ein grosser Weg. Einfach gehen. Auf dem Jakobsweg zeigt sich immer wieder ein Wegweiser, der die Richtung vorgibt. Man geht, weiss, nun geht’s einfach mal geradeaus, dann zeigt der Weg nach links und man folgt ihm. Ohne genau zu wissen, wo es durchgeht folgt man den Wegweisern und kommt irgendwann an.
Start-up Learning: Plane nicht, geh und lass Dich leiten..verpasse die Wegweiser nicht.

Klaro – man merkt wahrscheinlich, dass dieser „Camino“ mich extrem geprägt hat. Ich bin nun halt eher ein Typ offen und emotional , deshalb kommuniziere ich auch so. Ich habe mich auf diesem Weg immer wieder mit meinem persönlichen Unternehmer-Sein auseinandergesetzt, und der feste Wille auch einer zu sein, sowie die Learnings die ich gezogen habe, ist: bleib authentisch und ehrlich. Jeder Unternehmer ist nämlich „at the End oft the Day“ auch einfach nur ein Pilger im Leben. Er geht, schläft, isst und denkt. Ist das Unternehmer-Leben eigentlich nicht einfach?

Nun – zu meiner Situation Suxedoo: leider musste ich erkennen, dass man ab und zu mit „Weggefährten“ unterwegs ist, wo es in eine eine Richtung weist, die nie ans Ziel führen werden. Die Situationsanalyse nach meiner Rückkehr hat deshalb für mich ergeben, dass Suxedoo und die verfolgte Strategie nicht mehr in meine Lebensphilosophie passt und ich deshalb nun einen neuen Weg einschlagen werde.  Schön dass ich bereits ein neues Projekt verfolge: Wizzle.com – Leave your Footprints and sketch your Life! Tönt doch verdammt interessant oder?!

Was hat der Jakobsweg mit Unternehmertum zu tun? Teil 1/2

Februar 26th, 2010

Swisscom Start-up Sauerei?

Februar 26th, 2010

Drachenzähmen leicht gemacht: ein Schweizer in Hollywood!

Februar 24th, 2010

Exsila bekämpft “Inflation” mit der Abwertung des Exsila-Dollars

Februar 21st, 2010

Start-up Marathon #10: Investieren und trotzdem sparen!

Februar 19th, 2010

Geht der Start-up Erfolg auf Kosten der Gesundheit?

Februar 17th, 2010