Wieviel würdet ihr für einen Investorenpitch bezahlen?
![]()
Eine interessante Frage hat einer meiner Lieblings-Blogger Jason Calacanis aufgeworfen. Im Post Why startups shouldn’t have to pay to pitch angel investors prangert er Business Angel Communities an, die für einen Pitch vor vermeintlichen Investoren eine Gebühr verlangen (auch schon mal über $ 20’000!).
In der Schweiz ist mir nicht bekannt, dass man für das Pitchen Geld bezahlen muss. Die bestehenden Netzwerke wie z.B. CTI Invest oder StartAngels verlangen von den Start-ups keine Pitch-Gebühr. Ist das richtig so? Mir fallen spontan folgende Fragen ein:
#1: Warum sollten Start-ups grundsätzlich keine Fees für Pitches vor Investoren bezahlen?
#2: Wenn ihr an einem Event ein Millionen-Investment bekommen würdet, wärt ihr dann bereit nachträglich CHF 25’000 für den Pitch zu bezahlen?
#3: Anstatt jeden Investor einzeln zu kontaktieren, hättet ihr die Chance alle relevanten Investoren bei einem Event zu pitchen. Wäre euch diese Zeitersparnis etwas wert?
#4: Würdet ihr einem Vermittler eine Vermittlungprovision für ein Investment bezahlen?
Ich danke für das Feedback und es würde mich interessieren, ob schon ein Start-up jemals etwas für einen Pitch bezahlt hat.

Oktober 15th, 2009 at 12:35
1) Grundsätzlich keine Fees zu bezahlen ist wohl falsch. Die DEMO Konferenz funktioniert so ja tipptopp. Wobei, oft ist es halt dann einfach eine Abzockerei.
2) Absolut
3) Nicht wirklich, man kann ja dann auch nicht auf die einzelnen Investoren eingehen.
4) Nur bei Erfolg und mit einem unguten Gefühl. Habe ich auch noch nie von so einem Fall gehört.
Oktober 15th, 2009 at 14:16
Lieber Remy
Danke für Deinen Input.
Erlaube mir noch eine Frage damit ich Deine Position noch besser verstehe: Würdest Du für einen Vortrag vor potenziellen Kunden etwas upfront bezahlen?
Danke für die Antwort und Gruss
Dominik
PS: Any News von Supertext, die ich mal posten sollte?
Oktober 16th, 2009 at 09:58
(1) Startups die Investoren aktiv suchen haben wohl selten ein Kässeli für eine Fee.
(2) Wenn ich ein Ein-Millionen Investment vermittle, berrechne ich den Investoren 4.8% oder meinen Stundensatz für meine Aufwände. Das Investment ist eine Million für das Startup und nicht 975K. Zusätzlich übernehme ich oft selbst einen kleineren Anteil, um als Coach (zur Wahrung der Investoreninteressen) vorübergehend tätig sein zu können.
(3) Pitches stellen wohl einen letzten Weg dar, wenn man nicht genügend Kontakte hat oder die Summe für einen einzelnen Investor zu hoch ist. 1 Mio. ist nicht die Summe. Eigentlich sehe ich den Sinn von Pitches nicht und war selbst nur einmal als Investorenvertreter anwesend.
(4) Interessierte Investoren aus meiner Gruppe bezahlen mich direkt für meine Arbeit und nicht die Startups. Im Endeffekt stelle ich ja nur Projekte aus meiner Überzeugung vor, die zu einem Investor passen. So weiss ich nun nach pflege meiner Kontakte genau, wem ich ein Internetprojekt vorstelle, Biotech oder Lifestyle Ideen präsentiere.
Aber immer wieder interessant hier mitzulesen.
Grüsse
Hans aus Zug
Oktober 18th, 2009 at 12:40
LIeber Hans
Besten Dank für Deinen Input und die Insights.
Erlaube mir noch drei Frage:
#1: Wie ist die Reaktion der Investoren, wenn sie neben den Investment noch eine Fee bezahlen müssen?
#2: Kannst Du viele solcher Deals abschliessen oder ist das Volumen eher beschränkt?
#3: Wo kann man sich über Deine Dienste informieren?
Danke und ein gutes Wochenende!
Dominik
Oktober 20th, 2009 at 11:52
Hallo Dominik,
(1) Es ist keine Reaktion, da dies im Voraus klar gestellt ist. Nebst dem NDA unterschreibt ein möglicher Investor auch immer einen Dienstleistungsvertrag. Darin sind alle Aufwände geregelt inkl. einer allfälligen Due Diligence oder Provision. DD wird jedoch separat in Auftrag gegeben und anteilsmässig den Investoren verrechnet, auch wenn es nicht zu einem Investment kommt.
(2) Ich lebe nicht von den Deals. Es geht auch nicht um den finanziellen Gewinn. Ich selbst bin bei einigen Unternehmen beteiligt und aktiv i.R. als Coach tätig. Meine Spezialität ist jedoch die Sanierung, Strukuturierung und Automatisierung von Kleinunternehmen 1-10 Mitarbeiter. In den letzten Monaten stieg die Anzahl Anfragen für Sanierungen enorm an.
(3) Man kann sich nicht über meine Dienste informieren. Mein Netzwerk kennt und schätzt mich. Im Kanton Zug komme ich an einem gewissen Punkt automatisch ins Gespräch. Ich brauche weder Wachstum noch Publicity. Ansonsten würden zu viele Startup Ideen und Sanierungen an mich gelangen.
Am Anfang jeder Sanierung steht immer die Analyse der personellen Ressourcen und deren Auslastung an. Es ist für mich genauso belastend, wie für einen Geschäftsinhaber, der jahrelang mit den gleichen Mitarbeitern eine Idee aufgebaut hat, Menschen zu entlassen. Doch es gehört zu meinem Job und meinen Stärken, die Kosten, Stärken und Schwächen schnellstmöglich zu analysieren und die verbleibenden Menschen zu Höchstleistungen zu motivieren. Oft sind dabei die Geschäftsführer/Inhaber am meisten überrascht, wie sie ohne den jahrelang aufgebauten Druck urplötzlich wieder agieren und neue Erfolge verbuchen können.
Bevor ich nun zu weit aushole (sonst kann ich ja grad einen Blog eröffnen) mach ich hier Schluss und wünsche allen eine gute Woche.
Grüsse
Hans
Oktober 23rd, 2009 at 22:58
Deinem Blog fehlt noch so eine “Get notified if new comments are posted” funktion.
Noch zu deiner Frage, wie gesagt, fuer sowas wie die DEMO Konferenz schon, im allgemeinen aber eher nicht. Finde ich eigentlich das falsche Prinzip.