Wenn die Krankenkasse ein Start-up wäre…

DominikTarolli

SwissStartup ist kein politischer Blog. Da mich aber verschiedene Startupper/innen letzte Woche auf die neue Krankenkasse-Prämie angesprochen haben, möchte ich hier das Thema aus Start-up-Sicht betrachten. Also, wenn die Krankenasse ein Start-up wäre…

#1: …dann hätten wir schon ab dem ersten Jahr schwarze resp. rote Zahlen ;-) .

#2: …dann könnten wir schon beim Start auf ungefähr 7 Millionen Kunden zählen.

#3: …dann würden wir uns jeden Tag darüber Gedanken machen, welchen unfokussierten Service wir noch zu unserem Angebot integrieren.

#4: … dann wären wir täglich in den Medien und jede Menge Experten würden uns raten, wie wir Geld sparen könnten, obwohl ihre Anreize ganz anders liegen.

#5: … dann müssten wir Zulieferer bezahlen ohne dass wir ihnen bei schlechten Leistungen den Vertrag kündigen können.

#6: …dann würden wir jährlich die Preise aufschlagen, unsere Kunden vergraulen und sie müssten trotzdem bei uns bleiben.

#7: …dann wären USM-Möbel zum Start nicht ausgeschlossen…

Wie habt ihr die Erhöhungen aufgenommen? Wie lange seid ihr noch bereit loyal für die Krankenkasse einzustehen? Welche Lösungsvorschläge seht ihr?

PS: Es geht hier nicht um Politik sondern um Start-up-Meinungen. Also bitte keine parteipolitischen Statements hier. Danke!

KK.01

2 Responses to “Wenn die Krankenkasse ein Start-up wäre…”

  1. Matthias Gut Says:

    Lieber Dominik

    An einem USM-Tisch sitzend ergänze ich als langjähriger Netto-Prämien-Zahler deine Liste um folgende Punkte:

    #8: … würdet ihr euch tagtäglich die Haare raufen, da es neben den 7 Mio Kunden kein weiteres Potential mehr gibt.

    #9: … würdet ihr euch tagtäglich die Haare raufen, weil ihr nur einmal im Jahr die 7 Mio Kunden umverteilen könnt.

    #10: … würdet ihr euch tagtäglich die Haare raufen, weil ihr ein Marketingbudget benötigt, obwohl es gar keine wirklichen Neukunden gibt und es eigentlich nur darum geht, dass der Kuchen nicht zu stark neu aufgeteilt wird.

    #11: … würdet ihr euch tagtäglich die Haare raufen, weil die ganze Sache nun einfach überhaupt nicht skalierbar ist.

    #12: … würdet ihr euch tagtäglich die Haare raufen, weil bald alle Möglichkeit ausgeschöpft sind, neue Zusatzversicherungen zu kreieren, die ….
    … man hat, obwohl einem der Schadensfall nie und nimmer ruinieren würde.
    … die genügend billig sind, damit man sie sich halt noch mal so leistet.
    … die aus verschiedenen Teilleistungen bestehen, von denen rund 2/3 eh niemand will. (Meine Versicherung würde mit beispielsweise 30 Tag nicht notfallmässigen Krankenhausaufenthalt im Ausland zahlen. Hallllloooo? Kennt ihr jemanden, der für sowas im Ausland bleibt?)

    So, nun wende ich mich wieder meiner Arbeit zu und freue mich darüber, dass ich nicht der erste sein werde, den es bei der Prämienzahlung verbläst.

    Matthias

  2. Dominik Tarolli Says:

    Lieber Matthias

    Besten Dank für den tollen Beitrag/Kommentar!

    So habe ich das ganze noch gar nie gesehen ;-) ! Obwohl nicht skalierbar, scheinen da einige sehr gutes Geld zu machen. Eventuell wäre das sogar eine gute Idee für einen Post, die Skalierbarkeit mal grundsätzlich in Frage zu stellen.

    Gruss Dominik

    PS: Betreffend Krankenkasse einfach Sandy fragen, die weiss fast alles in diesem Bereich!

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