Jedem CH-KMU CHF 100’000.– Blanko Kredit vom Bund oder der Nationalbank!

Unsere Politiker reden von Impulsprogrammen, Krisenhilfe etc. Wirtschaftsministerin Doris Leuthard und Finanzminister Rudolf Merz fordern in Ihren 1. August Reden 2009 mehr Macher und mehr Unternehmergeist in der Schweiz. Die Sozialwerke der Schweiz sind kaum mehr finanzierbar, Steuererhöhungen landein, landaus die Folge! Die Mehrwertsteuer soll von 7.6 auf 8 % erhöht werden um die IV zu sanieren etc. etc. Dabie wäre ein Rezept einfach und billiger als die Milliardenhilfe an die UBS. Es braucht nur noch eines: Mut und Umsetzung der Politiker dieses Landes!!

Die Idee:

Gebt jedem aktiven Schweizer KMU einen Kontokorrentkredit von CHF 100’000.– als Krisengeld oder Wirtschaftsförderung. Zinsfrei (oder max. 3 %)und ohne jegliche Verpflichtung! Gibt eine Totalsumme von 35 Milliarden Schweizer Franken. (Oder knapp die Hälfte davon was man der UBS gegeben hat.) Verteilt auf 350’000 Firmen, ergibt dies kein Klumpenrisiko wie bei der ausgebluteten UBS, sowie eine gute Diversifikation über alle Branchen hinweg.

Ich befürchte unsere Arbeitslosenzahl würde massiv sinken :-) , die Sozialabgaben würden ebenfalls sinken, das Geld würde mehrfach eingespart werden! Gemeinden, Kantone und der Bund profitieren mehrfach!

Gehen wir von einem Ausfall von 35 % aus, so verliert der Bund 10 Milliarden CHF. Einfach so und ohne grosses Aufsehen. Denn, die anderen zwei Drittel, und davon bin ich überzeugt stellen Leute an, bringen Innovationen auf den Markt, bestellen neue Infrastruktur oder kaufen Firmen oder Know How im In- und Ausland ein. Ein gigantischer Wachstumsschub würde ausgelöst.

Ausser niemand nimmt die Kontokorrentlimite in Anspruch aus Angst dass ihm der Geldhahn wieder zugedreht wird. Deshlab müsste der Kredit auf 10-20 Jahre gewährt werden. Zur Errinnerung. Millenium wird am 1.1.2010 zehnjährig. War ja quasi gestern als alle Computer abstürzen sollten….

Ein enormer Wachstumsschub wäre garantiert mit einem kalkulierbaren Risiko!

Als “Aktiv” gilt jedes KMU, das in den letzten 12 Monaten AHV-Beiträge abgeliefert hat. Somit war mindestens 1 Person angestellt! Wahrscheinlich braucht es dann bei all den Briefkastenfirmen nicht mal 35 Milliarden und wir könnten jedem aktiven KMU sogar 200’000 Kredit geben.

Der Impuls der durch unser Land gehen würde wäre enorm. Wie zu guten alten Zeiten. Das Geld das in der Schweiz liegt, wird in der Schweiz investiert, Schweizer Unternehmen zur Verfügung gestellt und nicht im Ausland verspekuliert. So wurden unsere Industrien gross, so konnte Nestle, Novartis etc auf Einkaufstour gehen, so konnte Christoph Blocher eine EMS Chemie aufbauen etc etc.

Schweizer Geld für Schweizer KMU’s. Jeder 100’000 CHF, ohne Sicherheiten. Ich bin überzeugt, mehr als 65 % unserer “MACHER” werden nicht enttäuschen und ein Mehrfaches daraus generieren an wirtschaftlicher Leistung.

Allez Hopp oder wie hiess das…?

Urs Käppeli

19 Responses to “Jedem CH-KMU CHF 100’000.– Blanko Kredit vom Bund oder der Nationalbank!”

  1. Will Says:

    Netter Ansatz aber nicht wirklich durchdacht. Die meisten Unternehmen wissen gar nicht wohin, was soll da gratis Geld helfen? Verleitet höchstens dazu nicht mehr nachzudenken und stattdessen blödsinnig Geld auszugeben. Ein “gutes” Unternehmen wird niemals Probleme haben, Geld zu kriegen. Wenn es nicht gelingt, Geld aufzutreiben stimmt etwas mit dem case nicht, oder das Team ist nicht in der Lage den Case richtig rüber zu bringen.

    Der Vorschlag ist alles andere als unternehmerisch und fördert höchstens einen Haufen Blindgänger!

  2. Remy Blaettler Says:

    Geld aufzutreiben ist vielleicht tatsächlich nicht sooo schwierig. Aber gratis Geld zu bekommen ist etwas anderst. Wenn ich sonst von irgendwoher Geld bekomme, muss entweder viel Zinsen bezahlen, oder Anteile an meiner Firma abgeben.
    Wobei, ich glaube auch das die meisten Firmen das Geld nicht wirklich brauchen und gratis wird ja meistens nicht wirklich geschätzt…

  3. Urs Says:

    @will

    Lieber Will. Der Ansatz ist serh wohl durchdacht. Ich kenne sehr wohl einige Firmen die interessante Ideen haben, welche aber nie und nimmer von einer Bank finanziert würden. 3 Jahre Bilanz etc. Du kennst die Geschichte. Auch venturelab hilft da nicht weiter. Wenn nicht Millionen als Exit winken sind die VC’s meist weit weg…

    Zudem Bsp aus der Praxis. Handwerksbetrieb 40 Jahre. Übergabe von Vater auf Sohn. Kontokorrent CHF 100’000 seit 30 Jahren. Der Sohn übernimmt, bereits 20 Jahre im Betrieb dabei. Erste Aktion der UBS. Kredit nur noch 50’000.–. Ich hoffe auch Du verstehst jetzt den Ansatz…

  4. Urs Says:

    @will zum Zweiten! Praxisbeispiel

    Schreiner mit Meisterprüfung! Wollte sich selbständig machen. Betriebsmaterial ca. 150’000.– für Start benötigt. Erste Aufträge vorhanden von GU. Keine Chancen zur Finanzierung. Wer gibt heute schon einem einfachen Schreiner CHF 150’000.– ?

  5. Urs Says:

    @will zum Dritten: Wie ist venturelab finanziert?

  6. Brigitt Says:

    Will hat nicht wirklich verstanden was Urs sagen wollte.
    Ich verstehe seinen provokativen Ansatz als Aufforderung mal ein bisschen nachzudenken, vor allem auch mit Seitenblick auf die UBS.
    “Was wäre wenn” die 35 Mia statt an die UBS direkt an die Unternehmen geflossen wären? Wieviel von dem Geld, das die UBS erhalten hat fliesst weiter an unsere KMU’s oder in unsere Wirtschaft? Und wieviel wird UBS intern ausgegeben, für Boni, zum Löcherstopfen usw.?
    Auch wenn ein Teil der Unternehmer die 100’000 für private Träume wieder aus dem Untenrhemen rausholen würden, wenn ein Teil die 100’000 in erfolglose Projekte stecken würden, so wäre der %-Satz des gewinnbringend und mehrwertschaffenden eingestzten Kapitals wohl immer noch höher als beim Weg über die UBS…
    PS habe beruflich u.a. auch ab und zu mit Krediten zu tun und kann da Urs nur beipflichten. So einfach ist das in der Praxis nicht.

  7. Silvan Says:

    Lieber Will,

    danke für dein Input. Ich bin da ganz anderer Meinung…
    Welche Erfahrungen als Unternehmer hast Du denn gemacht, dass du auf diese Einschätzungen kommst?

    Du hast den Fokus: “gute” Start-ups = hightec und all die venturelab-startups, welche ihr betreut.

    Mit deiner Aussage, wirfst Du also alle bodenständigen Jungunternehmen (Schreiner, Mechaniker, Industrie etc.) in den Topf ‘schlechte startUps?

    Die bekommen nämlich zur Zeit keine Kredite.

    Gruss

  8. Will Says:

    Hallo Jungs,
    da wird jetzt aber einiges vermischt. Ich möchte “gute” Startups alles andere als auf Hightech reduzieren. Ich spreche von Startups mit einem stimmigen Businessmodell. Ein “normales” Schreinergeschäft ist wohl das letzte, was der Markt derzeit braucht. Es gibt bereits zu viele. Andererseits zeigen innovative Schreiner (siehe http://www.thomassutter-design.ch/), wie man es sehr wohl schaffen kann (auch ohne geschenktes Startkapital). Ausserdem finanziert nicht nur die UBS. Lokale Banken sind oft entgegenkommender. Weiter kann man selber Geld sparen, Eltern und Verwandte anpumpen usw. Wenn die nicht an die Idee glauben, wieso soll dann der Staat 100’000 einschiessen?

    Die angenommene Ueberlebensquote von 65% erachte ich als nicht realistisch. Und selbst dann nimmst du offenbar in Kauf das 10Mr. einfach verpuffen? Apropos sind die Milliarden an die UBS nicht geschenkt, sondern als Backup zugesichert. Wirklich investiert wurde nur 1/10 und da wird der Staat hoffentlich mit Gewinn aussteigen.

    Ihr wollt 35 Milliarden Steuergelder ohne Prüfung und Controlling vergeben? Da ist Missbrauch ja geradezu vorprogrammiert. Weiter wird trotzdem ein Verwaltungsapparat aufgebaut werden müssen.

    Es wäre bei weitem günstiger, jeden künftigen Arbeitslosen/Sozialhilfe- und Invalidenrentenempfänger mit unkomplizierten Zahlungen auszustatten, als über nicht marktwirtschaftlich entstandene Firmen nicht nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen.

    Was passiert z.B., wenn ich als etablierter Schreiner (ohne neuen Kapitalbedarf) Kunden verliere, weil ein neuer mit günstigeren Preisen (weil er wegen tieferen Kapitalkosten anders kalkulieren kann) den Markt kaputt macht? Muss ich dann Leute entlassen und allenfalls schliessen. Und wenn der andere wieder normale Kapitalkosten hat, geht er auch hopps?

    Es erstaunt mich, einen SVP Mann mit klassisch linksorientiertem Gedankengut anzutreffen. Mehr Giesskannenprinzip geht ja gar nicht. Die Folgen eines Eingriffs in dieser Höhe auf das wirtschaftliche Gleichgewicht in der Schweiz und sogar international sind nicht kalkulierbar. Ich bin nach wie vor der Meinung die Idee ist noch nicht zu Ende gedacht.

  9. Toni Says:

    WOW Willi, etzt hast Du die Sache aber sauber aufgezäumt.

    Eine gute Ausgangslage um den Vorschlag differenziert zu diskutieren. Besonders der Teil mit den tieferen Kapitalkosten und der dadurch verzerrten Marktsituation finde ich wichtig. Und keine weiteren Adminstellen welche nach selbsternannte Kriterien Kredite vergeben, bitte…

    Cheers Toni

    p.s. den SVP Teil nächstes Mal weglassen – geht gut ohne, die Giesskanne stimmt auch so!

  10. dtarolli Says:

    Ja aber hallo!

    Ihr hättet mir kein schöneres Geburtstagsgeschenk machen können als den Post und die anschliessende Diskussion (na gut den kleinen schwarzen Porsche wäre auch nicht so schlecht und auch noch das…).

    Ich finde es schön zu sehen, dass sich SwissStartups als ein Platz für Unternehmer herauskristallisiert, wo man (auch kontroverse) Meinungen vertreten kann.

    Das Wichtige dabei ist nicht “Recht haben oder nicht Recht haben” (habe ich von Toni gelernt) sondern die objektiv beste Lösung zu finden mit den treffendsten Argumenten.

    Insofern gebe ich Recht, dass objektive Argumente noch besser stechen als subjektive Treffer (siehe Giesskanne).

    Freue mich auf weitere spannende und angeregte Diskussionen mit euch (so und jetzt ab ins Bett, den Jetlag auskurieren).

    Gruss Dominik

  11. Urs Says:

    Lieber Will

    Da Du die Antwort nicht gibst, gebe ich sie. venturelab ist bundesfinanziert. Heisst Du beziehst Deinen Lohna aus Steuergeldern. Oder sehe ich das falsch? Wieso braucht den Venturelab noch Bundesgelder wenn es eine gute Idee ist?

  12. Dominik Tarolli Says:

    Lieber Urs

    Wie auch schon den SVP-Giesskannen-Input von Will, finde ich den Lohn-Steuergeld-Input nicht zielführend.

    Wäre schade, wenn eine spannende Diskussion plötzlich auf Nebenschauplätze ausweichen würde.

    Den das Thema, wie und ob Firmen vom Staat gefördert werden sollen, ist heiss genug. Auch die Frage warum das Thema so stiefmütterlich behandelt wird, ist auch ein Abendfüllendes Thema. Allenfalls sollten wir mal bei einem feinen Znacht die Situation diskutieren.

    Was meinst Du?

    Gruss Dominik

  13. Will Says:

    Hallo Urs

    Hab gedacht, dass du darauf hinaus willst:-) Wollte aber versuchen, sachlich zu bleiben. Das Programm ist eine Förderinitiaitive des Bundes, die mit einem tiefen einstelligen Millionenbetrag im Jahr rund 400 Projekte intensiv begleitet und über 10’000 Leute im Jahr mit verschiedenen Modulen betreut. Ich denke man braucht sich hier über Effektivität keine Sorgen zu machen. Im Verhältnis kriegen die ETH’s etwa 1,8 Mrd.. KMU Projekte werden mit 130 Mio. gefördert. Seid doch froh, dass es überhaupt etwas gibt.

    Ich habe übrigens gar nichts gegen SVP, habe mich nur gewundert, dass Urs als SVP Hardliner diese Idee hat. Ein anderes Wort als Giesskanne ist mir leider nicht eingefallen, wenn man 35 Mrd. einfach so verteilen möchte. Und offenbar wurde vom Grossteil der Bevölkerung immer noch nicht verstanden, dass effektiv ca. 3 Mrd. an die UBS geflossen sind, die hoffentlich wieder zurück kommen. Die meisten amerikanischen Banken haben dem Staat inzwischen alles wieder zurückbezahlt. Und damit das klar ist, ich möchte hier nicht die Banken verteidigen. Das geht mir genauso auf den Keks…

  14. Rinaldo Says:

    Ja, die 35 Milliarden unbedingt ins Jungunternehmertum stecken. Volle Giesskanne! Damit wir noch ein paar Online-Tombolas, Textagenturen, 3D-Grafik-Engines und Podcasts mehr in der Schweiz haben. Das ist viel wichtiger als eine funktionierende Bank. Oder dann ab in die High-Tech-Forschung damit. Damit wir nachher wissen wie man die Eier von tiefgefrorenen Kaualquappen mit Kaninchengenen befruchtet und daraus einen Nanotech-Türvorleger produzieren kann.

  15. Sven Says:

    Spannende Diskussion!
    Obwohl gerade wieder im Go-Live Stress, musste ich mir den Post und die Diskussion eben einfach mal kurz “gönnen”.
    Und Rinaldo: Echt gut – ich hab mich schräg gelacht ;-)

  16. Dominik Tarolli Says:

    Lieber Rini

    Wie immer toller Kommentar und gut, dass Du Dich meldest!

    Morgen kommt eine exklusiv Story über Dich! Da wirst Du noch überrascht sein, wo Du überall präsent bist ;-) ! Tiefgefrorene Kaulquappen ahoi!

    Gruss Dominik

  17. Urs Says:

    Nun gut wir haben es hier mit Ausnahme von Sven alles mit Venture finanzierten Leuten zu tun… Umso erstaunlicher die Reaktionen.

    Was ich sagen wollte. Stellt Euch mal vor, 35 Mrd CHF in Schweizer KMU. Ich bin nach wie vor 100 % überzeugt dass da ein rieseiger Wachstums- und Innovationsschub durch die Schweiz gehen würde!

    Schaut doch diesen Post mal aus der Perspektive eines Querdenkers an, eine Idee, Forderung, nicht mehr und nicht weniger.

    Früher haben wir von Millionen gesprochen jetzt habe ich mich mal getraut das Wort Mrd in den Mund zu nehmen und ausgerechnet die “Subventionsempfänger” rebellieren.

    Mein nächster Post wird den Titel Subventionsempfänger tragen…

    Urs

  18. http://www.riester.tv/aktuelles/test-riester-fondsparplane-stiftung-warentest-2010 Says:

    Netter Artikel…wirklich interessantes Thema. Aber die Besteuerung mit Fälligkeit bei Renteneintritt wird häufig vergessen zu erwähnen….

    Netter Artikel….aus einer anderen Sicht….

  19. company Says:

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