Welche Vermögensanlagen aber sind am besten durch die Jahrhundertkrisen gekommen? Teil 2
Spareinlagen:
In Extremsituationen droht Totalverlust. Kurzfristig dürfte die Deflation einen Werterhalt garantieren, aber nur so lange, wie die Staaten zahlungsfähig bleiben. Mittelfristig kann die Inflation jedoch die Spar-Renditen weiter schmälern – und bei galoppierender Inflation droht Total-Entwertung.
Anleihen:
Die größten Gefahren sind der Ausfall des Schuldners und eine Währungsreform. Während Letztere alle Zinspapiere gleichermaßen trifft, ist das Ausfallrisiko bei einem Staatspapier in der Regel geringer als bei der Anleihe eines Unternehmens. In einem Katastrophenszenario würde viel Kapital zunächst in vermeintlich sichere Staatsanleihen fließen. Steigende Kurse wären die Folge – bis entweder die Inflation zuschlägt oder die finanzschwachen Staaten ihre Schulden nicht mehr begleichen könnten.
Noch stärker getroffen würden in einer Depression Unternehmensanleihen, weil mehr Unternehmen pleitegehen könnten. So lange Staaten noch zahlungsfähig sind, böten allenfalls Anleihen von Großunternehmen aus Schlüsselbranchen wie Auto oder Banken, die der Staat massiv unterstützt, etwas mehr Sicherheit. Es ist daher wichtig, schon jetzt die für den Staat schützenswerten Branchen zu erkennen, um spätere Kursgewinne voll nutzen zu können, etwa die Versorger, unter anderem, weil hier “starker Staatseinfluss” Tradition hat.
Aktien.
Wer vor einer extremen Krise Aktien hat, dem drohen Kursrückgänge bis zum Totalverlust. Aktien bieten damit keinen sicheren Schutz in einem angenommenen Mega-GAU. Auch wenn die Kurse im nachhinein die Krisen-Verluste wieder aufholten, einen Automatismus dafür gibt es nicht – und die Wartezeiten können Jahrzehnte betragen.
Lebensversicherung.
Dramatische Verluste für Lebensversicherte gab es vor allem bei Geldentwertung und Währungsschnitt. Grund ist die Anlagestrategie der Versicherer, die fast ausschließlich in festverzinste Wertpapiere investieren. Auch heute noch stecken Versicherungsunternehmen rund zwei Drittel der Anlagegelder in Anleihen und Pfandbriefe. Sollten deren Ausfallraten plötzlich massiv ansteigen, wären Renditeeinbrüche die Folge.
Immobilien.
Sie sind eine der nützlichsten Anlagen, wenn die Finanzmärkte kollabieren. Zwangsabgaben für Immobilienbesitzer sind aber auch bei politisch stabilen Verhältnissen nicht für alle Zukunft ausgeschlossen.
Gold.
Regierungen können Gold weder herstellen und durch inflationären Gebrauch entwerten, auch droht dem Besitzer physischen Goldes keine Enteignung durch Konkurserklärung eines Schuldners. Barren und Münzen sind, anders als Anleihen, an kein Zahlungsversprechen einer Regierung oder eines Unternehmens gebunden. Während die Rückzahlung einer Anleihe von der Kreditwürdigkeit des Emittenten abhängt, stehen Gold keine Schulden gegenüber. Dies ist einzigartig und unterscheidet es von allen anderen auf Papier gedruckten Anlagen. Gold ist der einzig wirklich sichere Hafen und gehört als Versicherung in jedes Portfolio.
Und im 3. Teil: “Weshalb Start-Ups die beste Krisenlösung sind”

Juni 4th, 2009 at 21:46
Lieber Urs
Besten Dank für die tolle Auflistung.
Ich bin auch die Meinung, dass das eigene Start-up die beste Lösung ist und auch Aktien sind zu empfehlen. Breit streuen soll auch nicht ganz verkehrt sein.
Ebenfalls empfehle ich für zusätzliche Informationen den Podcast der Wegelin Bank. Der ist der Hammer:
http://www.swissstartups.com/blog/2009/01/die-besten-infos-und-analysen-zur-wirtschafts-finanzkrise/
Gruss Dominik
PS: Welches sind eigentlich Deine Quellen, denen Du vertraust?
Juni 6th, 2009 at 18:07
Stimmen den meisten Ausführungen von Urs zu, ausser der letzten. Wie die Vergangenheit gezeigt hat ist Gold ganz und gar kein “sicherer” Hafen, wenn man bspw. die Zeit von 1982-85 ansieht…sicher ist nur der Tod und die Steuer – und das eigene Startup.
Juni 7th, 2009 at 17:54
Sven, das ist bedingt richtig, viel schwerwiegender in Sachen Gold war der staatliche Versuch Nazideutschlands den Besitz von Gold zu verbieten. Es geht hier nicht um hohe Renditen, sondern darum nicht alles zu verlieren. Fakt ist die Staaten werden sich entschulden müssen. Wie sie das machen ist noch offen…