Warum soll/geht ein Start-up an eine Messe?
![]()
Schon wieder verschwindet eine Messe von der Bildfläche! Die einst stolze und stark nachgefragte Messe Orbit/iEX fand dieses Jahr zum letzten Mal statt. Stattdessen geht sie hinüber in ein neues Konzept, die Community 36, dass von aussen betrachtet wie alter Wein in neuen Schläuchen aussieht. Peter Hogenkamp hat das aber auf seinem Blog viel ausführlicher analysiert.
Für mich ist die grundsätzliche Frage der Messen aber auch noch wesentlich. Deshalb bitte ich euch um Input auf die folgenden Fragen:
#1: Warum soll ein Start-up an eine Messe gehen?
#2: Was ist der Mehrwert eines Standes resp. kann ich potenzielle Kunden nicht auch als Besucher angehen?
#3: Was sind konkrete Ziele einer Messeteilnahme, der Direktverkauf wohl eher nicht, oder?
#4: Wie findet ihr das neue Konzept der Orbit resp. jetzt neu Community 36?
#5: Kann eine Community im IT-Umfeld ohne Twitter-Account, kyte-Channel oder Facebook-Gruppe überhaupt ernst genommen werden (dafür aber mit Mitgliederausweis im Kreditkartenformat…)?
Danke für das Feedback!


Mai 26th, 2009 at 09:42
Hmmm, warum soll jemand, der sonst Nichts verkauft, an einer Messe mehr verkaufen? Oder geht es einfach darum, einen Messestand zu verkaufen? Gerne zitieren ich meine Lieblings-Analysten von Neuman Zanetti und Partner.. (wäre ein eigener Post wert
)
Oder geht es einfach darum, einen Messestand zu verkaufen?
Spiel mir das Lied vom …
Eine Messe mit einer Filmkulisse zu vergleichen fällt wirklich sehr leicht. Nicht dass wir uns missverstehen: Mitarbeiter am Messestand sollen keine Schauspieler sein. Authentisch sein ist im Verkauf wie an der Messe enorm wichtig. Aber sie sind doch Protagonisten, denn sie bewegen sich auf einer Art Bühne. Sie sollen ihr Handwerk verstehen und ihr Drehbuch kennen.
Die Antworten auf folgende Fragen sind wichtig:
1. Treffen Besucher am Messestand auf Statisten oder auf Hauptdarsteller?
2. Führen Mitarbeiter am Stand small-talk oder BIG-TALK?
3. Gibt es eine Aufgabenteilung oder funktionieren Mitarbeiter als Team?
4. Schauen die VerkäuferInnen Passanten in die Augen oder auf den Hintern?
Ich bin mir sicher: die Teams, die an Messen sinngemäss den Golden Globe gewinnen, investieren VOR der Messe in Verhalten und Teamwork. Sie nehmen sozusagen das Heft bzw. das Drehbuch in die Hand.
Das macht viel Sinn, denn …
* kein Produzent, keine Regisseurin käme auf die Idee, mit grossem finanziellem Einsatz eine gigantische Filmkulisse zu erstellen, die Hauptrollen dann aber mit Statisten zu besetzen.
* Eine mittelmässige Inszenierung hätte “Spiel mir das Lied vom Tod” nicht zur Legende gemacht. So ist es auch an Messen: Der Auftritt an manchem Stand beruht heute noch eher auf Zufall. Aussergewöhnliche Kundenanliegen lösen dann eher ein Drama aus als eine fröhliche Komödie.
* Schauspieler machen oft schier Unmögliches wahr, um für ihre Rolle fit zu werden. Renée Zellweger nahm enorm viel zu, damit sie “Bridget Jones” spielen konnte. Tom Hanks musste hingegen extrem abmagern, sonst wäre aus seiner Rolle in “Cast Away” nichts geworden. Und Tom Cruise wurde für den Film “Cocktail” fast zum Profi-Barmixer!
Wie bereitet sich Ihr Team auf die nächste Messe vor?
Wie und wann läuft diese Vorbereitung ab? Und wer führt dabei die Regie? Wird es Zeit, das Drehbuch mal wieder neu zu schreiben?
Schön, wenn unsere Anregungen Sie inspirieren.
Ralph Hubacher
ralph@nzp.ch
Mai 26th, 2009 at 10:19
Wir sind immer gerne an die Messe gegangen. Natuerlich hatte es jedes Jahr etwas weniger Zuschauer, aber man trifft trotzdem immer wieder alte Bekannte. Ein richtiger 3 Tage Networking Event halt. Lohnen sich die investierten Franken? Schwierig zu sagen. Aber Branding sollte auch nicht unterschaetz werden. Die Zuschauer merken wenn man jedes Jahr wieder dabei ist, vorallem merken sie wenn man nicht mehr dabei ist.
Mai 26th, 2009 at 12:29
Lieber Toni und Remy
Besten Dank für eure Inputs.
@Toni: Habe ich auch gelesen den Post von NZP. Obwohl es die Sache auf den Kopf trifft, geht sie mir zuwenig tief. Aber “glatt” zum Lesen alle Male.
@Remy: Die Branding-Sache hast Du absolut Recht. Doch da man das Branding nicht messen kann, ist das für ein Start-up eine sehr gefährliche Ausgabe- oder Entschuldigungsquelle. Wir haben bei Procedural konkrete Ziele definiert, die man messen kann und eine Messeteilnahme (im weitesten Sinne) “rechtfertigen” kann.
Wie macht ihr das?
Gruss Dominik