Die Entmystifizierung des Termsheets!
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Das war wahrscheinlich einer der wichtigsten Events für Start-ups in diesem Jahr und ich war überrascht, wie wenig Exponenten der Startupper dabei waren! Die SECA hat eingeladen für den Event “SECA Event: Das Standard Termsheet der SECA für Business Angels und VCs“.
Bis jetzt galt das Termsheet immer als ein Mysterium, dass jeder Business Angel oder Venture Capitalist anders gehandhabt hat. Hier war Tür und Tor offen um die Start-ups so richtig “über den Tisch” zu ziehen, weil es einfach sehr intrasparant war.
Jetzt ist das Werk vollbracht! Ladet bitte das Termsheet der SECA herunter. Was sind die Vorteile:
#1: Die Kosten für den Rechtsanwalt sind plötzlich nicht mehr so hoch, weil der Rahmen fürs Termsheet klar abgesteckt ist.
#2: Die Schnittstelle zwischen Business Angels und Venture Capitalist ist klar geregelt. So haben auch die Business Angel Chancen bei weiteren Runden als Gewinner dazustehen (langfristig heisst bedeutet das mehr Business Angel Geld für Start-ups!).
#3: Eine Rechtssicherheit für Start-ups und die Entmystifizierung des Termsheets (längerfristig bedeutet das mehr Geld für Start-ups und die Professionalisierung des Investorengeschäfts für Start-ups!).
Für alls Startupper empfehle ich das Termsheet zu analysieren und wenn noch Fragen offen sind (und da gibt es immer noch ganz viele Trettminen….) dann beantworte ich die gerne!
PS: Danke an Phil, Florian Schweitzer (b-to-v), Jean-Pierre Vuilleumier (CTI Invest) und Christian Wenger (Wenger & Vieli)



November 10th, 2008 at 11:14
Ich habe das angeschaut, hab früher bereits solche Verträge studiert und ein Punkt stösst mir immer auf, das “Drag-along-right”. Dies heisst doch nichts anderes, als wenn die Investoren einen guten Käufer finden, können sie die Gründer zwingen, ihre Anteile zu gleichen Konditionen zu verkaufen und somit die Firma zu liquidieren. Dieser Passus wäre für mich einfach nicht akzeptierbar.
November 10th, 2008 at 12:11
Lieber Vlasti
Besten Dank für den Input.
Wie Du es beschreibst ist das ein absoluter Worst Case, wo der Investor liquidieren kann/will und der Unternehmer nicht. Hier muss man sagen, dass es gewisse Mehrheiten erfordert, bis soetwas durchführbar ist. Ich würde typischerweise 66 % vorschlagen. Wenn also 2/3 der Aktionäre die Firma verkaufen wollen, dann sollte das aus meiner Sicht schon möglich sein.
Oder siehst Du das immer noch ganz anders?
Gruss Dominik
November 10th, 2008 at 13:33
Ich sehe einfach einen möglichen Clash of interests – auch natürlich aus meiner Sicht des Unternehmers. Sicher ist die Gefahr da, dass der Gründer eine realitätsfremde Sicht auf sein “Baby” hat und nicht merkt, wann er ein totes Pferd reitet. Der Investor will noch retten was zu retten ist und sucht nach einem Käufer.
Nun stellt sich die Frage, ob der Unternehmer dann verkaufen muss. Sollte er in den ursprünglichen Vertragsverhandlung für sich naturgemäss eine Mehrheit der Aktien garantiert bekommen, ist der neue Käufer wohl nicht bereit, nur eine Minderheit des Unternehmens zu kaufen. Das ist wohl die dümmste deadlock Situation. In so einem Fall ist aber immer noch die Mehrheit beim Gründer und der Investor ist auf der schwächeren Seite. Da hätten die Investoren vorab überlegen müssen, dass sie eine Minderheit haben und dies auch bewusst akzeptieren.
Sind nun mehrere Investoren involviert, die gemeinsam die Mehrheit haben, können sie ja ihre Anteile verkaufen und der neue Besitzer übernimmt somit auch die Mehrheit. Der ursprüngliche Gründer kann auch hier auf seiner Minderheit sitzen bleiben, ohne diesen Zwang.
Was ich damit sagen will: ich denke nicht, dass es Sinn macht, dem Gründer dieses Recht aufzuzwingen und ja, somit würde ich es nicht in den Vertrag tun. Andernfalls ist die “Mehrheit” einfach Augenwischerei und eine Übervorteilung des Gründers.
November 10th, 2008 at 17:16
Lieber Vlasti
Besten Dank und ich sehe den Punkt.
Was sind eigentlich Deine Vorschläge zum Lösen der Deadlock-Situation? Keine Investoren oder hast Du einen Kniff?
Gruss Dominik
November 10th, 2008 at 20:31
Danke für den Hinweis.
Ich finde es generell sehr schwierig als Gründer und Unternehmer die Mehrheit abzugeben. Ist man auf grosses Kapital angewiesen, wird dies aber meist von den VC verlangt.
Damit habe ich mich bei Gründung von sarys schon nicht abgefunden und tue mich bei der jetzt anstehenden Projekt ebenfalls sehr, sehr schwer. Ich werde alles! versuchen, das nötige Kapital mit einer relevanten Mehrheit für uns Gründer zu halten. Aber wie gesagt, dies finde ich ein emotionales und schwieriges Thema.
November 11th, 2008 at 10:20
Ich kann keine Lösung bringen, die ich bereits erfolgreich umgesetzt hätte. Bin ja selber im Moment auf Geldsuche. Ich sage absichtlich nicht Investoren-Suche. Grundsätzlich ist es meiner Meinung nach wichtiger, seine Zeit zu verwenden um KUNDEN zu finden als INVESTOREN. Für mich persönlich ist der Tradeoff ein Time-to-market issue. Allerdings ist es fraglich, ob es länger dauert, zahlungskräftige Kunden zu finden als einen Investor. Auch nicht zu vernachlässigen ist die Freiheit in der Strategie nach der Gründung und der verminderte Administrationsaufwand, weil man nicht monatliche Folienschlachten und Sitzungen mit den Investoren vorbereiten muss. Hat alles mit dem Business-Modell zu tun – für mich war es nach missglückten Erfahrungen klar, dass ich B2B und nicht B2C machen will. Und dafür lohnt sich in meinem Fall auch noch etwas länger in einem Job zu arbeiten bis alles klappt.
November 11th, 2008 at 11:49
@Sven: Jean-Pierre Vuilleumier hat dann einen guten Input betreffend Mehrheit abgeben. Lass mich wissen, wie Du es fandest.
@Vlasti: Bin absolut Deiner Meinung, dass jemand der Kunden hat keine Investoren braucht (auf jeden Fall nicht wegen dem Geld).
Gruss Dominik
September 27th, 2010 at 22:13
[...] SwissStartups berichtet, hat in der Schweiz die Swiss Private Equity & Corporate Finance Association (SECA) mit [...]