Eine Nacht mit James Bond in Bregenz!

DominikTarolli

Ich hatte das Glück, als einer der ausgewählten Statisten beim James Bond Dreh in Bregenz mit dabei zu sein. Was man dabei alles erlebt werde ich gerne mit euch teilen:

14.45: Rein in den Smoking, Fliege gebunden und die Lackschuhe angezogen. Zuerst noch ein kyte-Post mit James Bond-Hintergrundmusik und ich kann mein Glück immer noch nicht fassen, dass ich in den nächsten Stunden bei einem James Bond Dreh dabei sein darf!

15.15 Uhr: Abfahrt in St. Gallen mit meinem Freund Daniel Harzenmoser, der die Casting-Hürde ebenfalls erfolgreich gemeistert hat.

17.15 Uhr: Mit dem Auto nach Bregenz zu fahren ist ev. nicht so eine gute Idee…wir hatten fast zwei Stunden aufgrund der Ampeln und des massiven Verkehrs. Ab der Grenze ist Schritttempo angesagt. Was solls, wir sind ja jetzt da, präsentieren stolz an der Eingangskontrolle unsere Access-Pässe und kommen mit einem “Herzlichen Willkommen beim Bond-Dreh” in die abgesperrte Zone rein.

18:15 Uhr: Nachdem alle Statisten (ca. 400 Personen) tischweise eingeteilt (Tisch 1-6 und 21) und administrative Hürden genommen werden, geht es in die Maske und zum Stylisten. Jeder wird persönlich begutachtet um dann allfällige Korrekturen noch anzubringen (Nachrasieren, Uhr abziehen, Haare kürzen, Make-up etc.).

18:30 Uhr: Das Catering ist direkt in unserer “Warte-Halle” und lässt nichts zu wünschen übrig. Genügend Getränke, Kaffee, Tee, Riegel etc. Zweimal gab es sogar warm zu Essen. Kann man nicht klagen. Zwischenzeitlich macht man sich mit den neuen Kolleg/innen vertraut. Tauscht sich aus über das Informationsprozedere, welche Rolle man spielt, welches der beste James Bond ist etc.

20:15 Uhr: Es geht los! Die ersten Gruppen werden aufgerufen und verlassen die “Warte-Halle”. Mist! Alle anderen Tische werden aufgerufen nur mein Tisch (21) irgendwie nie…Daniel, der in der Gruppe 2 ist, berichtet vom Dreh und seiner Rolle. Hört sich wirklich sehr spannend an!

23.00 Uhr: Nachdem wieder alle Gruppen von den “Drehs” zurückgekommen sind, ist wieder Zwischenverpflegung angesagt mit Penne und Tomatensauce. Sofort ergreife ich natürlich die Gelegenheit um mich vor dem (hoffentlichen) Dreh mit Kohlenhydraten zu stärken.

00.00 Uhr: Nun endlich darf auch meine Gruppe ins Geschehen eingreifen! Genug gewartet haben wir ja. Leider nichts exklusives sondern nur zur Verstärkung einer grossen Gruppe (ca. 150 Personen). Aber zum ersten Mal auf dem Set für mich! Aufregend, aufgregend und nochmals aufregend! Spannend für mich ist es nicht (unbedingt) im Bild zu sein, sondern einfach bei einem Bond dabei zu sein und zu sehen wie alles funktioniert. Meine Rolle ist es ein Besucher zu mimen und im Background mit Kolleg/innen zu sprechen während Daniel Craig (der neue James Bond) vorbeihuscht! Bin so weit hinten, da habe ich wahrscheinlich keine Chance auf dem Bild dabei zu sein. Aber den Daniel Craig live zu sehen ist ja auch schon was!

01:00 Uhr: Nachdem die Szene x-mal aus verschiedensten Perspektiven gedreht wurde, war mein erster Einsatz nach einer Stunde vorbei. Wieder zurück in die Wartehalle!

03:00 Uhr: Meine Gruppe darf sich schon wieder “in Action” setzen. Wieder Background, aber dieses Mal in einem anderen Raum. Dier ersten Statist/innen werden langsam müde, den Frauen schmerzen die Füsse. Jede Drehpause wird benützt um etwas zu trinken oder die Schuhe auszuziehen. Zum Glück sind meine Lackschuhe sehr bequem.

04.00 Uhr: Durch die Müdigkeit und das Stehen fällt vielen der Kreislauf ein bisschen zusammen. Viele haben rote Augen und sind extrem müde. Dank der Pasta und ganz vielem Trinken (ca. 3 Liter) fühle ich mich frisch, super und freue mich auf die weiteren Szenen.

05:00 Uhr: Daniel und ich werden jetzt noch einzel ausgewählt für eine Hintergrundszene, wo wir nicht im “Pulk” stehen sondern zu zweit genau im Blickfeld der Kamera! Hochmotiviert drehen wir die letzte Szene und spornen den Regisseur Marc Forster mental an, diese Szene besonders gut zu “schiessen” und vor allem auszuwählen!

05:45 Uhr: Auch die letzte Szene ist jetzt im Kasten und leider ist schon Drehschluss! Schade!

Für mich war es ein unglaubliches Erlebnis und die Erfüllung eines Traumes. Über weitere Drehtage weiss man noch nicht genaues. Da meine Gruppe aber als einzige Gruppe ausbezahlt wurde, muss ich damit rechnen, dass hier meine Arbeit am Set aufhört. Anyway, für mich war das schon die Erfüllung meines Traumes und alles was jetzt noch kommt, ist schon fast unanständig!

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